Die offen gehaltenen Strecken am Haller Salzberg
Das nun schon seit mehr als drei Jahrzehnte stillgelegte Salzbergwerk erreichte in seiner mehr als 700jähringen Geschichte eine Streckenlänge von mehr als 80 km. Bei der Stilllegung 1967 waren es noch rund 25km. Jetzt und in Zukunft müssen diese Strecken zu den Wasserorten offen gehalten werden. Von den 25km Streckenlängen von 1967 sind heute noch rund 7km befahrbar. Die meisten Wasserorte liegen in den oberen Stollen.
Von der Tagesoberfläche aus führen alle Stollen zuerst durch Schutt und Geröll und sind in diesem Teil ausgemauert. Jene Streckenteile, in denen das Gebirge brüchig ist, werden durch Holzausbau gesichert. Alle Horizonte ( offene sowie stillgelegte) sind untereinander durch senkrechte oder schräge Baue verbunden (Schächte bzw.Schürfe). Diese ermöglichten nicht nur die Befahrung der ganzen Grube, sondern auch die Bewetterung , d.h. die Versorgung der Grubenräume mit Frischluft durch den natürlichen Wetterzug.
Leider sind in der heutigen Zeit sehr viele Strecken, Schürfe und Schachtrichten durch bewusstes Verplomben, oder durch Ablagerung von altem Grubenholz nicht mehr befahrbar. Deshalb ist eine Bewetterung der nicht offenen gehaltenen Strecken nicht mehr gewährleistet.
Alle diese offenen Hauptstollen, Nebenstrecken, Schürfe, Schachtrichten, Laugwerke, und Wasserorte sind namentlich bezeichnet.
Nun wollen wir uns gemeinsam die einzelnen offenen Wasserorte ,Schürfe, usw. anschauen.
Der Zacherwasserort
Fotoquelle: Freundlicherweise wurden diese Fotos von einem Sanierungsarbeiter der von der Salinen AG beauftragten Fremdfirma aufgenommen.
Nach der Wallpachschachtricht erreicht man über einen Steigschacht die Zacherschachtricht, den Zacherschurf, und in folge den Zacherwasserort. Dieser Wasserort ist nicht sehr ergiebig. Der Name wird auf einen langsamen Fluss des Wassers in dieser Schachtricht zu deuten seien.
Das Utschneiderwerk
Ein paar Meter unterhalb der Wallpachschachtricht liegt das Laugenwerk mit dem Namen Utschneider. Diese Bezeichnung stammte von dem bayerischen Hofkammerrat Josef von Utschneider, der am 30.9.1791 den Salzberg besuchte. Dieses Werk wird offen gehalten, da das Wasser mittels einer Tauchpumpe (sichtbar im orangen Rohr) abgepumpt wird. Leider ist das Laugenwerk samt der Pillersdorferschachtricht sehr verfallen.
Die Wallpachschachtricht
Wird der Königsbergstollen ( König -Max-Stollen) befahren, so gelangt der begeisterte Stollenbegeher nach 350 Meter linker Hand zur Wallpachschachtricht. Diese Schachtricht ist durch die Salinen Austria saniert worden und er ist in einem sehr guten Zustand. Der Name Wallpachschachtricht rührt von einem bekannten Bürgergeschlecht her.(Pfarrer von Hall um 1720, und Oberamtsrat von Wallbach, der als Schützenhauptmann einen Zug 1796 gegen Napoleon führte
Da die Verbindungsschürfe ( Sticklschurf, Zerninschurf, Karlschurf) zum 5. Horizont nicht offen gehalten werden, muss man den Steinbergstollen vom Tag aus begehen. (Stickel betreutet so viel wie "steil")
Die Ottschachtricht
Ist nun der begeisterte Stollenbegeher am Steinbergstollenmundloch von Tag aus angelangt, so betritt er, sofern er den Schlüssel und die ausdrückliche Erlaubnis der Salinen Austria hat die sanierte Ottschachtricht, die nach dem Bergmeister Erhart Ott (um 1500) bezeichnet wurde.
Die Braunschachtricht, eine Teilstrecke des Steinbergstollens.
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Diese Schachtricht dürfte nach dem Namen der Hallschreiber Wolfgang, Christoph, und Georg Braun ( Mitte des 15. Jhd) benannt sein. Nach diesem sehr gut erhaltenen Teilstück erreicht man den Sötzenschurf, der die Verbindung zum höhergelegenen Mitterberghauptstollen darstellt. Das rechte Bild zeigt das Ende der Braunschachtricht, genauer gezeigt ist hier die Erber- Sarnthein -Wasserfassung.
Der Sötzenschurf
Durch den Sötzenschurf erreicht man den Mitterberghorizont. Der Schurf wurde nach dem Namen von Gabriel Sötz, Bergmeister von 1643 bis 1645 benannt. Auch dieser Schurf ist in einem sehr guten Zustand, und saniert.
Die Schwärzerschachtricht
Die Schwärzerschachachtricht ist das erste Teilstück des Mitterberghorizont. Der Mitterberghorizont wurde fast auf seiner gesamten Länge im 19Jhd. mit einem standfesten Betonausbau versehen .Das zweite Teilstück mir dem Namen Thorerschachtricht ist bis zum Landseewasserort ohne Probleme befahrbar. Leider kann die Namensgebung dieser Schachtricht nicht mehr erhoben werden.
Der Landseewasserort
Nach 1215 Meter gelangt man an das verplombte Ende des Mitterbergstollens mit dem Namen Landseewasserort .Der Landseewasserort ist eine alte Bezeichnung und deutet auf einen See hin.
Der Buchenbergwasserort
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Dieser Wasserort ist sehr ergiebig. Das Wasser wird mittels PVC Rohr ausgeleitet. Der Name ist nach dem Geschlecht der Buchenberg benannt. Um 1640 gab es einen Salzamtmann namens Jakob Buchenberg. Dieser Wasserort ist saniert und daher auch gut befahrbar.
Der Rohorkaschurf
Von der Mitterbergschachtricht erreicht man über den Rohorkaschurf die Schwindstrecke, den Wandschurf und die Kothekschachtricht im Oberberghorizont. Dieser Schurf ist tadellos befahrbar. Er beeindruckt durch seine Größe und Länge. Über diesen werden die Selbstwässer, (Schwindstrecke,Mannfahrt) die sehr ergiebig sind, abgeleitet.
Die Schwindstrecke
Diese Strecke ist nach dem Ritter von Schwind benannt worden. Über diese Strecke wird das Wasser der Mannsfahrtschachtricht und des Wandschuf abgeleitet. Sie ist befahrbar, wenn auch nur mit Gummistiefel.
Mannsfahrtschachtricht
Diese stellt ebenfalls eine sanierte Schachtrichtdar, wovon der Befahrer in Richtung Angererwasserbau und zum verbrochenen Angererschurf gelangt. Neben der neuen Rohrleitung rechts ist noch die alte Rohrleitung aus Gusseisen ersichtlich. Der Bezeichnung "Mannsfahrtschachtricht" ist wohl ein Eigenschaftsnahme. Über diese Schachtricht gelangt der Befahrer auch zum Wandschurf.
Der Wandschurf
Wandschurf ist die Bezeichnung einer Ortsbeschaffenheit. Er ist saniert aber schwer befahrbar, und man wird in weiterer Folge durch ein Warnschild "Befahren verboten" aufmerksam gemacht. Dort befindet man sich in einem Schlammloch. Die Selbstwässer werden auch hier mittels Rohre abgeleitet.
Die Kothekschachtricht
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Diese Schachtricht wurde nach dem Namen von Graf Rudolf Kothek, der 1746 den Salzberg als landesfürstlicher Kommissar inspizierte, genannt. Auf der befahrbaren Länge ist dieser Schacht gemauert. Der Befahrer kommt hier zum Wallachschurf, und in weiterer Folge zum alten Schwarzhuberwassergebeude und der Schwarzhuberschachtricht.
Der Wallachschurf
Am verbrochenen Ende der Kotherkschachtricht gelangt der Befahrer rechter Hand zum Wallachschurf. Er ist nach dem Salinenreferenten Georg Wallach benannt, der im August 1877 den Salzberg inspizierte. Über eine steile Holzstiege erreicht man die Schwarzhuberschachtricht.
Die Schwarzhuberschachtricht
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Die Namensbezeichnung kann nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden. Am Schwarzhuberwassergebäude vorbei kommt der Befahrer in gebückter Haltung rechter Hand in diese niedrige Schachtricht, die in Richtung Ferroschacht verläuft. In dieser Schachtricht befinden sich auch das alte und neue Schwarzhuberwassergebäude.
Der Ferroschacht
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Der Ferrosteigschacht ist nach dem Ritter von Ferro benannt. Nach einer anstrengenden Befahrung der Schwarzhuberschachtricht gelangt man in den Ferro-Steiger-Schacht, der circa 40 Meter senkrecht nach unten zur Oberberghauptschachtricht verläuft.
Die Oberberghauptschachtricht
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Nach Befahrung des Ferrosteigschachtes gelangt man in die Oberbergschachtricht an das Mundloch der Oberbergstollens ans Tageslicht führt.
Im Wasserberghorizont ist noch der Wasserort mit dem Namen " Schmeckendes Öferle" zu erwähnen. Dieser Bezeichnung führt von dem besonderen
Geschmack der Wassers her.
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