Der Salzsee
Bild: Verzeichnis aller Betriebsfähigen Werksanlagen . Stand 1966
Das Salzlager im Halltal erstreckt sich von Osten nach Westen in einer Länge von ca. 1600 m, ist etwa 800 m breit und bis zu einer Tiefe von 650 m aufgeschlossen.
Ein findiger Kopf hatte im Mittelalter die entscheidende Idee, die Wasserlöslichkeit des Salzes ausnützen und es so vom tauben Gestein zu trennen. Der "Nasse Abbau" war erfunden.
Ohne diesen genialen Einfall gebe es auch keinen Salzsee. Er diente in früherer Zeit zur Soleproduktion. Dafür wurde ein etwa 30 Meter tiefer Schacht in den Berg gegraben und an dessen Ende ein Holraum, die Laugenkammer angelegt. Diese wurde bis zur Decke mit Wasser angefüllt, das das Salz aus dem Gestein auslaugte. Die wasserunlöslichen Teile fielen zu Boden und bildeten eine Schutzschicht, so dass das Wasser nur an der Decke und an der Seite Weiterlaugen konnte. Dadurch wuchs die Kammer langsam in die Breite und wanderte nach oben. Eine Wässerung (Füllung und Sättigung) dauerte 3 - 6 Monate je nach der Größe des Werkes und der Reichhaltigkeit des Gebirges. Während des Lösungsvorganges nimmt das Wasser immer mehr Salz auf, bis die Lösung gesättigt ist.(25 - 26%). Sie wird dann aus vollgrädige Sole aus dem Werk abgelassen. Bei jeder Wässerung werden 50 - 90 cm von der decke (Himmel) weggelaugt, im gleichen Ausmaß setzt sich taubes Material ab und das Werk nähert sich mit jeder Wässerung dem oberen Horizont. Wenn der Abstand von diesem nur mehr 4 m beträgt (Bergfeste), wird das Werk außer Betrieb genommen (totgesprochen). Die horizontale Ausdehnung eines Werkes wird mit jeder Wässerung größer. Unser (Salzbergwerk Hall) größtes Werk (Enzenbergwerk im Steinberghorizont) hatte einen Fläche von von 8500 m2 bei einem Fassungsvermögen von 25 000 m3.
Im Salzbergwerk Hall waren 1870 rund 20 Laugenwerker vorhanden, die den Jahresbedarf von rd. 550 000 hl Sole erzeugt haben. Im Jahre 1966 waren 11 Soleerzeugungswerker abwechselnd in Betrieb, wobei das Stachelburgwerk das größte Werk ( 7078 m2, und 26 000 m3) Betriebsfähigen Zustand war. ( Jahr 1966).
Ausschnitt aus einer Werkerkarte (Laugenwerke)
Abb. 1
(Quelle: Museum Absam)
Abb. 1: Erlacherin Werk, Preinerin Werk, Thauenbergin Werk, Ausschnitt aus einer Werkerkarte,( Grundriss, Aufriss, Kreuzriss. 1930)
Die schon seit langem geübte Befahrung des Salzberges durch Werksfremde wurde damals öffentlich gemacht und es war während der Sommermonate die Grubeneinfahrt im Rahmen einer Führung gegen festes Entgelt allgemein gestattet. Das Interesse nahm Mitte des 18. Jahrhundert so stark zu, so dass man im Jahre 1864 das Werk Johann im Königsberghorizont als Fremdwerk für Besichtigungszwecke eingerichtet hat. Das Werk erhielt 1904 eine elektrische Beleuchtung und im Ankehrschurf wurde zur besseren Befahrung eine Bergmannsrolle (Rutsche) eingebaut . Nach dem ersten Weltkrieg verlegte man die Rutsche in den Krippschurf und schuf im Kaiserbergstollen eine Ausfahrt für die Besucher.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk Johann wieder zur Soleerzeugung herangezogen, und für die Fremdbefahrung das heute noch zugängliche Werk Uzschneider vom Königsbergstollen aus zugänglich gemacht und entsprechend ausgestattet. Die Anzahl der Besucher lag bei etwa 8000 Personen/Jahr. Bis in die heutige Zeit sind noch einige Werke vorhanden. Das Utschneiderwerk beim Königsberghorizont wird von der Salinen Austria zwecks Wasserabführung offen gehalten. Leider ist dieses Werk in einem schlechten Zustand. Der Utzschneiderzubau (Der ehemalige Werkausgang für Werksfremde) der vom Utschneiderwerk aus zum Königsbergstollen führte ist noch sichtbar, aber leider nicht mehr befahrbar.
Dahingehend ist auch ein Betreten der alten Grube nicht ungefährlich und auch verboten, da jederzeit ein altes Laugenwerk ausbrechen und einstürzen kann. Dabei ergießt sich viel Wasser in die darunterliegenden Stollen. Dies ist durch einen Wasserausbruch des Johannwerkes im Jahre 1972 vorgekommen, wobei der Kaiserbergstollen sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Die Größe der bis Heute noch bestehenden Hohlräume ( ungefähr 12 Werksanlagen zur ehemaligen Soleerzeugung ) ist sehr verschieden. Das Flächenmaß der Himmel schwankt zwischen 600 und 8500 m2, der Fassungsraum zwischen 1300 m3 und 26 000m3. Das Alte ENZENBERGLAUGENWERK besitzt sogar eine Himmelgrösse von 8500 m2 , bei mindestens 25 000 m3 Fassungsraum.
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Abb.2:
Die Laugenwerke : Klein Werk, Arbesser Werk, Enzenberg Werk, Haaser Werk, Hingenau Werk, Leitner Werk, Kathrein Werk
Abb.3:
Die Laugenwerke: Neubacher Werk, Schütz Werk, Haidenreich Werk, Nadasky Werk, Hompesch Werk, Flachner Werk, Erzhg. Johann Werk.
Im Königsberghorizont befindet sich auch das Werk Stoss.
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