Geschichte

 

Der ehemalige Salzbergbau Hall liegt im Gemeindegebiet von Absam, etwa 10 km nördlich der Stadt Hall im oberen Halltal des Karwendelgebirges in Tirol. Es ist das höchst gelegene Salzbergwerk in der Ostalpe.

Lageplan des Salzberges

Die obere Grenze des vom Halltal aus in 8 Horizonten (Stollen) aufgeschlossenen Salzstockes reicht bis in eine Höhe von rd.1700 m ,der tiefste Aufschluss in der Grube (Fuß des Jorkasch-Koch-Schachtes) liegt bei 1015 m Seehöhe. Alle acht Horizonte laufen in die gleiche Richtung, und sie liegen zirka 46 Meter übereinander. Damit sich der Grubenhund ohne Zutun aus dem Horizont herausbewegt, sind alle 8 Stollen mit 2% Steigung versehen.

Die Entstehung der Salzlagerstätte reicht in die Zeit des Altertums unserer Erdgeschichte, 200-300 Millionen Jahren zurück. Der Großteil Mitteleuropas ist damals von Meer bedeckt gewesen und das Klima war trocken und heiß. An den Küsten des Meeres sind einzelne Buchten durch Bodenschwellen zu abflusslosen Becken eingeschlossen worden, die nur zeitweise bei Überflutungen wieder mit dem Meer in Verbindung traten. Durch die starke Verdunstung entstanden in den Becken konzentrierte Salzlösungen. Vor rund 60 Millionen Jahren, also bei der Alpenfaltung wurden die Salzablagerungen stark durchknetet und verlagert. Um nun Sole zu gewinnen, wurde es nötig, mehrere Stollen anzuschlagen. Es wurden in die so genannten Laugenwerke Wasser eingeleitet, um das Salz aus dem Gestein herauszulösen. Durch Ablasswerker wurde die Sole abgelassen und über eine 10 km lange Holzrohrleitung nach Hall in die Sudpfannen geleitet, wo durch Hitze das Wasser verdampfte und das Salz zum Abschöpfen verblieb.

Geschichtliche Aufschreibungen zufolge soll schon um 740 n. Chr. im Halltal Salz durch Versiedung von Quellsole gewonnen worden sein. In dieser Aufschreibung scheint als erster Stollen des Salzberges der Oberbergstollen aus dem Jahre 1272 auf.

Im Jahr 1272 ordnete Herzog Meinhard II. den ersten Stollenanschlag beim heutigen Oberbergstollen an, und es wurden in der Nähe von St. Magdalena die entsprechenden Salzpfannen eingerichtet. Bereits im Jahre 1555 lag das Streckennetz der Stollen bei 20 km Länge. Insgesamt wurden 8 Horizonte (Stollen) angeschlagen. Das gesamte Streckennetz betrug kurz vor der Schließung  im Jahre 1967 rund 22500 m (mit allen aufgelassenen Strecken um die 80 000 m) die sich auf:

  1. acht Hauptstollen

  2. drei aufgelassene Wasserstollen am Wildanger (Schuttkegel vom Inntal aus sichtbar)

  3. einen Munitionsstollen beim Steinberg und den

  4. Buresch Stollen in Kapons/Thaur aufteilten 

        Buresch Stollen in Thaur ( 750 m Länge)

 

Im 16. und 17. Jahrhundert war die Blütezeit des Salzbergwerkes. Im Jahre 1567 bestand die Belegschaft aus 136 Mann im Bergwerk und fast gleich viel Personal in der Südhütte in Hall. Die Herrenhäuser in denen die Bergoffiziere und Bergmeister seit etwa 100 Jahren und auch die Bergknappen wohnten, wurden in den Jahren 1776 bis 1780 nach einem Brand des alten Königberghauses (1745) in der heutigen Form erbaut. Gearbeitet wurde am Salzberg von Montag bis Donnerstag in sieben Schichten zu je sechs Stunden. Im Jahre 1873 wurde einheitlich die 48- Stundenwoche eingeführt. Von großer Bedeutung für den Weiterbestand des Salzbergwerkes war der im Jahre 1901 begonnene Bau des Jorkasch-Koch-Schachtes gewesen. Er sollte mit dem von Thaur vorgetriebenen Erbstollen (Buresch Stollen) in etwa 3 km Tiefe zusammentreffen, und so einerseits die Tiefenstreckung des Salzlagers erkunden, andererseits einen raschen und lawinensicheren Zugang zum Salzberg vom Inntal aus ermöglichen. In 460 Meter Tiefe wurde der Schachtbau jedoch im Jahre 1910 nach einem Unfall eingestellt. Die Generaldirektion der Österreichischen Salinen in Wien stellte daraufhin kurzerhand den Salzbergbau und die Saline ein. Am 5.August 1967 verließ das letzte Salz die Verdampferapparate. Der älteste Industriebetrieb des Landes Tirol hat aufgehört zu bestehen.

Offiziell (Inoffiziell unter Lebensgefahr wesentlich mehr) sind noch heute rund sechs Kilometer Stollen untertags begehbar. Insgesamt 150.000 Euro hatte die Salinen AG heuer (2006) für Sicherungsarbeiten unter Tag verbaut. Aufgrund ständiger Investitionen ist auch der Zustand der Salzberges unter Tag  zufriedenstellend.

Befahrung des Haller Salzberges:

 

 

 

        Die acht Hauptstollen:

        

 

Der Ferdinandbergstollen wurde als letzter Stollen in Jahre 1808 aufgeschlagen (1334m Seehöhe). Dabei kam es erstmals zur Erwähnung des Bergmannsgrusses "Glück Auf". Der Stollen befindet sich am Ende der öffentlich befahrbaren Mautstrasse, wo noch Überreste der Grundmauern, der im Jahre 1982 abgerissenen Stollenhütte sichtbar sind. Der Hauptstollen ist ca. 800 m lang ,und führt in Richtung Nordwest. Auch in diesem Horizont gibt es in einer Tiefe von ca. 430 m einen Wasserort mit dem Namen St- Magdalena-Wasserort . Daraus bezog früher die Gastwirtschaft Magdalena ihr Wasser. Dieser Horizont diente nicht als Abbaustollen, sondern dort gelangten die Bergleute ohne Lawinengefahr durch den Pekin, -Wicka- und Krippschurf sicher zu den Herrenhäusern . Einige Wehranlagen der darüberliegenden Laugenwerke sowie die Flürl-Pütte befinden sich jedoch im Ferdinandbergstollen. Auch sei erwähnt, dass der Stollen zuerst 167 m Hang /Schutt, und darnach 260 m taubes Deckgebirge durchörtern musste, bevor er auf das Salzgebirge traf.

 

      

 

Der Erzherzogsbergstollen wurde im Jahre 1648 aufgeschlagen.(1422m Seehöhe) Er ist aufgrund einer Sanierung 586 Meter gut befahrbar. Der Verbindungsschurf zum Ferdinandbergstollen (Karolinaschurf und Pekinschurf) ist eingestürzt. Der Wickaschurf zum Kaiserberghorizont ist befahrbar. Im Erzherzogsbergstollen  begann man 1901 mit dem Bau des Jorkasch-Koch-Schachtes (Tiefe 402 m) , der den Salzberg in die Tiefe  weiter aufschließen sollte, um eine Möglichkeit zu schaffen,  eine Verbindung mit einem Erbstollen (Thaurer Stollen) in das Grubengebäude vom Tal aus zugänglich zu machen. Leider wurde aber dieser Plan durch einen Einspruch der Stadtgemeinde Innsbruck verworfen. Die Länge des Erzherzogstollens betrug bei der Schließung 1898 m. Bei diesem Stollen begann auch die 8,6 km lange Soleleitung, die bis zum Sudhaus reichte. Interessant ist auch zu erwähnen, dass bei diesem Horizont in einer Tiefe von ca. 1035 m der Wasserort mit dem Namen " Nuskowasserort" auftrat. Erst hinter diesem Wasserort konnten Werksanlagen errichtet werden.

 

 

     

 

Der Kaiserbergstollen wurde im Jahre 1563 aufgeschlagen.(1458m Seehöhe).Dieser Horizont ist bis zum Krippschurf gut befahrbar.Im diesem Horizont befindet sich das Annawerk, wo heute noch Sole für Gesundheitszwecke abgeleitet wird. Sie wird in den Erzherzogsbergstollen geleitet, und in großen Behältern aufgefangen. Da alle Horizonte durch Schürfe verbunden waren, wurden die werksfremden Besucher durch eine ca. 45 Meter lange Holzrutsche durch den Krippschurf vom Königsberghorizont aus in den Kaiserberghorizont befördert, wo sie wieder im Tageslicht ankamen. Die große Schutthalde unterhalb der Herrenhäuser verrät schon vor weitem, dass dieser Horizont  ein sehr ausgedehntes Stollennetz besaß. Die Hauptstollenlänge betrug 1890 m. Im Kaiserberghorizont gab und gibt es zahlreiche Werker, von denen das Erzherzog-Johann-Werk (König-Max-Horizont) am 23. August 1971 ausbrach, und in den darunterliegenden 3 Horizonten großen Schaden anrichtete.

Weitere Werksanlagen in diesem Horizont: Anna-Werk, Sommerau -Werk, Kelb-Werk, Zechner-Werk, Wicka-Werk, Jünk-Werk,  Korinek-Werk, Korinsky-Werk, Maximilian-Werk. Bis zum Jahre 1841 wurde eine Schmiede beim Kaiserbergstollen betrieben, die 1733 abbrannte, wobei ein Bergmann im Kaisersgberghorizont durch einziehende Rauchgase erstickte.

Vom Jahre 1915 bis zur Schließung des Bergwerkes (1967) setzte man eine wechselstrombetriebene Grubenlokomotive ein.

 

 

Der Königsbergstollen (Kaiser Max Stollen) wurde im Jahre 1492 durch König Maximilian aufgeschlagen.(1485m Seehöhe) Er ist der Mittelpunkt des Salzberges. Seine ursprüngliche Länge beträgt 2440 m. Bei der Betriebseinstellung 1967 wies er eine befahrbare Länge von 1385 m auf. Darin befinden sich mehrere Laugenwerke: Franz-Stolp-Werk, Stachelburg-Werk, Mader-Werk, Kaiser Franz-Werk,Grüner-Werk, Flachner-Werk, Pürklechner-Werk, Greilinger-Werk, Rüdl-Werk, Kopmposch-Werk, Neubacher-Werk, Nadasky-Werk, Kammerlander-Werk, Schütz-Werk, Fischer-Werk, Zingiss-Werk, Wirtenberger-Werk um einige zu erwähnen. Durch diesen Stollen wurden jährlich im Rahmen der Fremdbefahrung an die 7000 bis 8000 Bergwerksbesucher geführt. Sie konnten bis ins Jahr 1950 das reiche Steinsalzwerk Erherzog-Johann (1971 ausgebrochen!) und später das Utzschneiderwerk  besichtigen.

Befährt man die Wallpachschachtricht so kommt man noch zum Uzschneiderwerk wo sich noch ein Rest eines ehemaligen Salzsees befindet. Die Werker Kelb-Horinek sind im Laufe eines Auslaugeprozesses zusammengewachsen( verschnitten), und bilden einen  großen Salzsee mit einer Himmelgröße (Decke) von ca. 1 km2 . Diese Werker sind mit großen Quadersteinen gegen plötzliches Ausbrechen der Sole abgesichert. Immerhin befinden sich nach Schätzungen ca. 350 000 Liter Sole in diesem Werk. Der Königsbergstollen war die längste Schachtricht im Salzberg. Leider ist der Königsberghorizont  nach 450 Meter im Bereich der Stolp-Schachtricht , sehr schwer befahrbar, er ist beim Verbrechen. Es soll an dieser Stelle ausdrücklich hingewiesen werden, dass ein Befahren verboten und lebensgefährlich ist!

 

 

   

 

Der Steinbergstollen wurde ca. im Jahre 1384 aufgeschlagen.(1533m Seehöhe). Dieser Horizont ist durch Sanierungsarbeiten der Salinen AG bis kurz nach dem Sötzenschurf befahrbar. Über das genaue Anschlagdatum sowie die Herkunft des Namen Steinbergstollen herrschen Unklarheit. Die Länge des Hauptstollens betrug 1485 m (1967). im Jahre 1721 wurde neben der Stollenhütte eine Bergschmiede errichtet , welche im Jahre 1859 die Schmiede am Kaiserberg abgelöst hat.

In diesem Horizont werden folgende Werker erwähnt: Heidenreich-Werk, Grundner-Werk, Arbesser-Werk, Enzenberg-Werk, Kathrein-Werk;

Nach ca. 400m vom Mundloch entfernt, teilt sich der Stollen in die Braunschachtricht und in die Kostnitzerschachtricht, die jedoch verplombt ist.

Die Förderung erfolgte bis ca. 1930 manuell, ab diesem Zeitpunkt wurde eine Grubenlokomotive eingesetzt. Oberhalb des Mundloches stand früher das Steinberghaus, welches als Unterkunft der Arbeiter diente.

                                     

 

 

    

 

Der Mitterbergstollen wurde im Jahre1314 aufgeschlagen.(1575m Seehöhe). Dieser zeigt die mit Abstand stärkste Wasserführung aller 8 Horizonte. Die Länge dieses Hauptstollens beträgt 1410 m . Die Herrenhäuser bezogen ihr Trinkwasser aus dem Puchenberg-Wassergebäude , welches sich im hintern Teil des Mitterbergstollens befindet. Ebenfalls findet sich dort das Landsee-Wassergebäude.  Das Mitterberg -Wohnhaus, welches in den Jahren 1849 - 1852 erbaut wurde, befand sich neben der Stollenhütte,  beherbergte ca. 90 Mann und diente zusätzlich als Brennholzmagazin.  Im Jahre 1951 wurde das Gebäude durch einen Lawinenabgang vollkommen zerstört, heute sind nur noch die Fundamente vorhanden. Im Jahre 1670 erfuhr der Mitterbergstollen einen gewaltigen Wassereinbruch, der durch das damalige schwere Erdbeben von Hall in Tirol ausgelöst wurde.

Folgende Werker finden sich in diesem Stollen: Hingenau-Werk und das Werk-Leitner.

Fortsetzung folgt !

 

 

 

 

     

 

Der Oberbergstollen wurde 1272 aufgeschlagen.(1608m.Seehöhe). Er ist der älteste Stollen des Haller Salzbergwerks. Der Hauptstollen wies eine Länge von ca. 800 m auf. Seine Vorräte wurden bereits vor einigen 100 Jahren abgebaut. Ritter Nikolaus von Rohrbach , erteilte in Jahre 1272 die Anweisung, den schwach salzhältigen Quellen unterhalb des Issjöchl nachzugraben. Im Jahre 1283 fand eine urkundliche Erwähnung (fondina salis, quae halle dicitur - eine untertägige Salzgewinnung) statt. Somit wurde der Grundstein für einen Salzabbau gelegt, welcher über 700 Jahre Bestand haben sollte.

 

 

 

    

 

Der Wasserbergstollen wurde im Jahre 1275 aufgeschlagen.(1635m Seehöhe) Seine befahrbare Länge betrug im Jahre 1967 ca. 460m. Dieser Horizont diente der Fassung einsitzender Tagwässer, welche zur Anwässerung der Schöpfbaue dringend benötigt wurden. Diese konnten aber in schwer kontrollierbarer Form als "Selbstwässer" den Bergbaubetrieb erheblich gefährden. Der Stollen wurde ziemlich nahe der Lagerstättengrenze aufgefahren . So traf man auf ausgelaugtes Salzgebirge (Frischgebirge). Zudem durchörtert der Stollen teilweise das Deckgebirge des Wildangers. Das Wasserberghaus, welches bereits im Jahre 1555 urkundlich erwähnt wurde stellt das wahrscheinlich älteste Objekt im Halltal dar. Diese ehemalige Wohnstätte wurde von Hochwirkern benützt, die als private Unternehmer für den Holztransport zum Salzberg fungierten. Das gelieferte und transportierte Holz der Hochwirker wurde in einer Zimmerhütte , die sich neben der Wasserbergstollenhütte befand gelagert. Gegen Ende des letzten Jahrhunderts wurde diese Hütte abgerissen, da der Holztransport nicht mehr über das Stempeljoch erfolgte und diese somit unbrauchbar war.

 

                             

                             

 Maria-Hilf, Josefi, und Johann Nepomuk-Stollen

                           

Von den Herrenhäusern aus führt ein Steig auf das Törl, wovon eine schöne Aussicht ins Inntal gegeben ist. Rechts vom Törl führt der Weg auf die Wildangerspitze,  wo der Wanderer direkt beim Mundloch des Maria-Hilf-Stollens vorbeikommt. Im Jahr 1741 kamen  in einer Seehöhe von 1920 m, etwa 280  m über dem Wasserberghorizont drei Stollen im Kalkgestein des Wildangers zur Auffahrung. Insgesamt wurden einschließlich beider Verbindungsbaue etwa 2300 m Strecke vorgetrieben, die für die Grube unterhalb eine Entlastung der Selbstwässer bringen sollte. Dieses Vorhaben gelang jedoch nicht wie erhofft.

Man nahm nun an, dass die Wildangerstollen zu hoch angelegt worden waren, und beschloss im Jahre 1751, die Wasserorte unmittelbar vom Wasserberghorizont aus mit einer neuen Strecke zu überfahren, um das Wasser abzufangen.

Zwei der Stollen sind rund 7 m befahrbar( Maria-Hilf und Josefi-Stollen) , darnach sind beide verplombt .Das Mundloch des Johann Nepomuk-Stollen ist verschüttet.

Ob diese Stollen wegen des Wasser aufgefahren wurden ist meiner Meinung nach nicht ganz glaubhaft, da in der Nordkette auch nach anderen Erzen gesucht und gegraben wurde. q.e.d

 

                                                

                              

Der Pulverturm (1290m Seehöhe) befindet sich am Fahrweg von St. Magdalena zu Isstal -Parkplatz. Er diente als Sprengmitteldepot für den Salzbergbau. Im Jahr wurden durchschnittlich 190 kg Sprengpulver verwendet, welches ab der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts eingesetzt wurde

 

Die 3 Ladhütten , welche sich am Weg ins Halltal befinden, boten den Knappen und Fuhrleuten Unterkunft, und dienten außerdem als Lagerstätte für die im Salzberg benötigten Gerätschaften. In den Ladhütten wurden auch die Pferde beladen.

 

Stillegung des Bergwerkes:

Aufgrund von hohen Gestehungskosten und geringen Abbaumöglichkeiten war der Abbau unrentabel geworden und somit wirtschaftlich untragbar. Die Generaldirektion der Österreichischen Salinen hatten zu diesem Zeitpunkt schon lange eine Konzentration der Salinen im Salzkammergut geplant. So verließ am 5. August 1967 das letzte Salz die Verdampfungsapparate der Haller Saline. In mehr als 700 Jahren wurde von der Haller Saline rund 10 Millionen Tonnen Salz gesotten. Die Saline Hall in Tirol war für über 20 Generationen Arbeitgeber !

 

Katastrophen in den Gruben:

Der Salzbergbau blieb im Laufe seiner Entwicklung jedoch nicht von "Katastrophen" verschont, welche um das 17. Jahrhundert beginnend von den Bergmeistern chronologisch aufgezeichnet wurden. Das Wasser zeigte sich in den Gruben als gefährlichster Feind des Salzbergbaues. So nützlich es in kontrollierter Form zur Auslaugung in den Werkern auch war, konnte  es in Form von Raubwasser oder Selbstwasser gewaltige Schäden an Lagerstätten oder Horizonten anrichten, die nur teilweise unter Lebensgefahr und mit großer Manneskraft wieder bereinigt wurden.

Im Jahre 1571 brachen im Oberberghorizont 10 miteinander verschnittene Werker ein, somit gelangte die Sole zu Tage. Aufgrund des Verbruches der Werker wurde das darüberliegende Grenzgebirge freigelegt, deshalb war ein großer Wassereinbruch vorprogrammiert. Mit viel Mühe wurden die Werker durch Stockwehren verdämmt . Das Angerer Wasserort entstand am höchsten Punkt des Einsturzes , wovon die Selbstwässer seither sicher zu Tage geleitet werden.

Im Jahre 1580 kam es im Zacher Wasserort zu einem Durchbruch oberhalb der Wehr . Nach 9 Wochen gelang es schließlich, das Wasser in ein Rinnsaal zu verlegen. So konnte ein größerer Schaden gerade noch vermieden werden.

Zu einer Gefährdung des gesamten Bergbaues kam es im Jahre 1727, als im Mitterberghorizont im Bereich des Puchenberg Wasserorts ein massiver Wassereinbruch entstand. Es wurde bereits im selben Jahr im Bereich der Schneeberger Schachtricht (Mitterberg Stollen) ein geringer Wasseraustritt bemerkt, der sich jedoch innerhalb von 2 Wochen zu einem starken Brunnen entwickelte. Der Versuch, denselben durch einen Stollen von der Grünbergerpütte abzufangen , scheiterte. Während des Baues dieses Stollens kam es in der Folge zu einem erneuten Wassereinbruch im nahe gelegenen Werk Buchholz. Man versuchte sodann durch Überfahrung von der Thorer Schachtricht durch mehrer Strecken eine Ableitung zu schaffen , was mit viel Aufwand glücklicherweise auch gelang.

Die Ablaßwehr des Werkes Buchholz ,brach im Jahre 1735 durch, konnte unter größtem Kräfteeinsatz wieder hergestellt werden. Ein Jahr später verbrach das Werk Buchholz schließlich erneut, es kam zu Vermurungen und massiven Schlammausbrüchen. Im Jahre 1737 wurde der Werkstock mit starkem Holz verbaut und das Wasser mit Rohren abgeleitet. Dabei stützte der ganze Werkshimmel ein und ein Arbeiter wurde für 3 Tage verschüttet , konnte letztendlich gesund geborgen werden. Durch diesen Einsturz entstand eine riesige, mit Wasser gefüllte Höhle, die als "Hohes Gefäll" bezeichnet wird.

Wegen dieses Wassereinbruches sind auch die benachbarten Werker Grienberger, Stopl, Schneeberger, Wilf und Königin von Ungarn für die Soleerzeugung unbrauchbar geworden und wurden aufgelassen.

Nach zahlreichen Besichtigungen und Untersuchungen durch Fachleute beschloss man im Jahre 1739 dem Eindringen durch Wasser vom Tage aus entgegenzutreten. Die Selbstwässer in der Grube änderten sich aber kaum, angeblich soll es nur im Zacherwasserort zu einem merkbaren und messbaren Rückgang gekommen sein. (Quod demonstrandum erat..?)

Einige Jahre später versuchte man durch Auffahrung von 3 neuen Stollen (280m über dem Wasserberghorizont) , die zusammen auf eine Länge von 2300m vorgetrieben worden waren ,eine Entlastung für die Grube schaffen, was jedoch ebenfalls fehlschlug. Die Schuttkegel der Maria-Hilf, Josefi - und  des Johann-Nepomuk-Stollens (Wildanger-Stollen) sind teilweise vom Inntal (Raum Innsbruck- Hall- Mittelgebirge) sichtbar.

Man glaubte, dass diese 3 Stollen zu hoch angelegt wurden und versuchte in der Folge die Wasserorte unmittelbar vom Wasserberghorizont aus zu überfahren. Es kam zu einem Vortrieb der "Neuen-Wasserbergschachtricht"über das Angererwasserort bis zu Coloranzaschachtricht.

Nach einiger Zeit verfestigte und verdichtete sich der ausgelaugte Laiststock in den Verbruchsräumen , sodass in Puchenberg-Wasserort sichere Ableitungen und Fassungen hergestellt werden konnten. Mit diesem Schritt konnten die größten Gefahren für den Fortbestand des Salzbergbaues abgewendet werden.

Erneut kam es im Jahre 1768 zu einem Einsturz im Mitterberghorizont  der Werker Landsee und Wellberg, die aufgrund einer Annäherung an das Grenzgebirge verbrachen. Die dadurch entstandenen Selbstwässer konnten jedoch rasch abgeleitet und abgedichtet werden. Seit diesem Zeitpunkt stand das Landseewasserort für die Bewässerung der Laugwerke zur Verfügung.

Das Werk Johann (Königsberghorizont) , welches in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts für  Fremdbefahrungen verwendet wurde, erlangte traurige Bekanntheit, als am 23.August 1971 sein Wehrdamm gebrochen ist. Dadurch kam es zu einem verheerenden Sole -und Schlammausbruch, der zu einer Verklausung der unteren 3 Horizonte mit Grubenholz und Laist führte. Es bedurfte einen hohen Arbeitsaufwand um die Schäden zu begrenzen und auch die Sicherheit der Grube zu gewährleisten, welche auch nach Schließung des Bergbaues aufrechterhalten werden muss.

Jederzeit können Fremdwässer oder Einstürze der Laugwerker die Sicherheit der Grube und des Halltales bedrohen. Es bedarf daher einer ständigen Kontrolle bzw. Sanierung durch die Salinen AG !

 

 

 

 

                                                                         

 

 

                                                                 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                    

 

 

 

 

        

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                    

 

 

 

 

        

 

 

 

                                                                    

 

 

 

 

 

 

 

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