Bewetterung
Unter Bewetterung versteht man die Versorgung eines Bergwerkes mit frischer Luft ( Sauerstoff ).Dabei lassen sich grundsätzlich 4 Aufgaben unterscheiden:
- Zufuhr von Frischluft = Frischwetter
- Abführung verbrauchter Luft und giftiger Gase = Abwetter
- Verteilung der Wetter auf die verschiedenen Bereiche eines Bergwerks
- Absenkung der Temperatur in heißen Gruben
Bereits zu Beginn war die Versorgung des Bergwerks mit frischer Luft lebenswichtig. In tiefen Stollen und langen Schächten wurde bei mangelnder Belüftung der Sauerstoff knapp. Giftige und explosive Grubengase wie Radon oder Methan stellten für die Bergleute eine zusätzliche Gefahr dar. Wo der natürliche Luftzug für die Bewegung der Wetter (Luftmassen) nicht ausreichte, kamen "Wettermaschinen" zum Einsatz. Daneben gab es ausgeklügelte Vorrichtungen mit Kurbelbetrieb, die die Luft in den Schacht pumpten, oder Blasebalgkonstruktionen, die durch Menschen- oder Pferdekraft angetrieben wurden. In modernen Bergwerken kommen elektrische Ventilatoren und Kühlmaschinen zum Einsatz. In jeder Grube gibt es unterschiedliche Wetter.Optimal sind die guten, die der Zusammensetzung der Luft am Tage entsprechen. Es gibt aber auch matte ( Sauerstoffarme, stinkende, schlagende (explosive), giftige Wetter. Der Grund für die Verschlechterung der Luft kann verschieden sein. Durch Fäulnisprozesse an den Hölzern, oder Oxidationsvorgänge an den Schienen entstehen. Primär ist es aber der Sauerstoffverbrauch durch die Atmung uns das Geleucht.
Waren die Grubeteile nicht in die natürliche Wettweführung einbindbar, mussten sie künstlich bewettert werden. Dies geschah, indem Frischluft durch Blasbälge, Ventilatoren, oder an der Sole verlegte Holzrohre die die Frischluft zum Ort leiteten.Stehen mehrere Horizonte mit unterschiedlich hoch gelegenen Mundlöchern in Verbindung ( so wie am Salzberg) in Verbindung , stellt sich, abhängig von den unterschiedlichen Temperaturen von Gestein und Oberflächenfuft, ein natürlicher Wetterstrom ein. Sind die Temperaturen im Berg und außerhalb gleich, kommt der Wetterstrom zum Stillstand. Ist es im Freien kälter als im Berg wird die in den Berg ziehende Luft angewärmt und damit leichter. Sie steigt über das Grubengebäude empor und strömt als warme Luft durch einen oder mehrere höher gelegenen Stollen zurück an den Tag. Der Bergmann spricht vom Winterwetter. Bei umgekehrten Temperaturen bildet sich im Berg das Sommerwetter aus.Je extremer die Temperaturunterschiede, desto rasanter laufen die Wetter ab.
Am Haller Salzberg wurden Blasbälge und Ventilatoren benützt und Wettertüren benützt. Durch Einbau möglichst luftdichter Tüten (Wettertüren) zwang man die Luft die Grube nicht auf den kürzesten Weg zu durchströmen, sondern gezielt auch entlegener Grubenteile zu erreichen. Da im Haller Salzbergwerk sehr viel verfallen ist, und das Grubenholz stark dem Fäulnissprozess unterliegt sind viele matte Wetter vorhanden. Wo die Stollen verplombt oder verbrochen sind und kein Wetterdurchzug gewährleistet ist, ist mit Sauerstoffmangel zu rechnen. Also die ganze Sache ist nicht ungefährlich, daher ist von einem befahren ohne sachkundliche Person auf jeden Fall abzuraten.
Modell eines Ventilator (Quelle: Museum Absam)